Der "Zoologische Garten Berlin" ist einer von zwei zoologischen Gärten in Berlin. Er liegt im Stadtteil Tiergarten zentral in der Hauptstadt. Der Zoo Berlin (nicht zu verwechseln mit dem Tierpark Berlin-Friedrichsfelde, dem anderen zoologischen Garten in Berlin) ist der älteste Tiergarten Deutschlands und gleichzeitig – worüber sich Ruf und Selbstbild maßgeblich definieren – der artenreichste zoologische Garten der Welt. Im Zoologischen Garten Berlin leben derzeit 1554 Tierarten mit insgesamt über 17 000 Tieren (Angaben der offiziellen Website des Zoos) auf 35 Hektar Fläche. Darunter Elefanten, Flusspferde, verschiedene Menschenaffen und Eisbären. Auch zeichnet er sich durch viele künstlerische Beiträge und ausgefallene, exotische Architektur aus. Derzeit beschäftigt der Zoo Berlin ca. 230 Angestellte.
Die Öffnungszeiten erstrecken sich vom 21. März bis zum 2. Oktober und von 9 bis19 Uhr, die Eintrittspreise bewegen sich je nach Alter zwischen 6 und 20€.
Gegründet wurde der Tiergarten 1841 vom Zoologen Martin Hinrich Lichtenstein und 1844 eröffnet. Dabei kamen Gelder und Gelände vorerst vom König von Preußen. Es war die erste Zoogründung auf deutschem Staatsgebiet und die Neunte in Europa. Bis 1870 wurde der Tierbestand besonders um exotischere Tiere aus Afrika erweitert, so wurden beispielsweise ein Antilopenhaus und ein Elefantenhaus errichtet. Die Architektur diverser Gebäude erregte damals ebenso wie heute noch Aufsehen, da viele dieser Gebäude wie das Antilopenhaus oder das 1905 errichtete Bisonhaus, da diese im Baustil der Heimatländer der Tiere errichtet waren und so auch ohne Tiere bereits Exotik ausstrahlten.
1913 wurde das Aquarium eröffnet, welches heute auch weiterhin Teil des Zoos ist, allerdings auch unabhängig vom Zoo besucht werden kann. Es beherbergt auf drei Etagen Fische, Reptilien und Amphibien, aber auch diverse Insekten und Spinnentiere. Damit gehört das Aquarium ebenfalls zu den artenreichsten der Welt. Unter anderem werden dort Riffhaie und Krokodile gezeigt sowie Quallen gezüchtet. Auch macht das Aquarium durch seine aufwendig gestalteten Aquarien, Terrarien und Ufergestaltungen in Becken auf sich aufmerksam.
Im Zweiten Weltkrieg starben durch Bombardements und Vernachlässigung alle der über 3700 Tiere bis auf 91, darunter der bekannte Flusspferdbulle „Knautschke“. Auch das berühmte 1899 errichtete „Elefantentor“, welches den Eingang des Tiergartens an der Budapester Straße schmückte wurde zerstört.
Nach dem Krieg blieb der Zoo aber weiter in Betrieb und wurde renoviert und neu aufgebaut. Ab 1956 begann man mit der Züchtung gefährdeter Arten wie dem Spitzmaulnashorn. Auch begann man, das Gelände vermehrt mit Tierskulpturen zu verschönern. 1984 wurde das zerstörte Elefantentor wieder aufgebaut und nach der Wiedervereinigung begannen Kooperationen mit dem Tierpark in Berlin-Friedrichsfelde, der zwar keine so große Artenvielfalt aufweisen kann, allerdings mit einer Fläche von 160 Hektar, als der größte Landschaftstiergarten Europas gilt.
Bekannt ist und wurde der Zoo durch verschiedene Tiere und Tierarten. So ist er seit 2008 der einzige deutsche Tierpark, der einen der seltenen Großen Pandabären hält. Deutschlandweite Berühmtheit erlangte auch der von Hand aufgezogene Eisbär Knut, welcher als Publikumsliebling die Besucherzahlen des Zoos für eine Weile drastisch ansteigen ließ. Knut verstarb allerdings im März 2011 unerwartet und aus bisher unbekannten Gründen. Weitere bekannte Tiere aus dem Tiergarten der Hauptstadt sind die Flusspferde „Bulette“ und „Knautschke“ – ein Flusspferdbulle, der nicht nur den Zweiten Weltkrieg überlebte, sondern auch über dreißig Flusspferdkälber zeugte – sowie der Gorilla „Knorke“.
Der Zoo Berlin ist eine staatlich kontrollierte Aktiengesellschaft und empfängt Geld von zwei offiziellen Förderorganisationen.
Abonnieren
Posts